Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen wirkte als Benediktineräbtissin im 12. Jahrhundert. Ihr genauer Geburtstermin ist nicht bekannt, es wird das Jahr 1098 angenommen, gestorben ist sie 1179. Sie wurde also für die damaligen Verhältnisse ungewöhnlich alt, vielleicht auch Dank Ihres Wissens um Heilkräuter und Gewürze, ihrer hohen geistigen Regheit und ihrer vielfältigen Interessen. Man kann sie durchaus als Universalgelehrte bezeichnen.

Ihre Kenntnisse über die Gesundheitskräfte aus der Natur sind überliefert und bis heute aktuell. Eine ausgewogene Ernährung mit Kräutern und Gewürzen und regelmäßiges Fasten waren für Hildegard von Bingen die Grundlage, um Körper und Geist in Einklang zu bringen und gesund zu bleiben. Zu den "Grundnahrungsmitteln" gehören bei ihr als bevorzugte Getreidesorte der Dinkel, als bevorzugtes Gemüse der Fenchel, bevorzugte Baumfrucht ist die Edelkastanie. Grundsätzlich empfiehlt Hildegard reichlich Getreide, gekochtes Gemüse, Obst und Milchprodukte. Fleisch und Fisch sollen nur in Maßen verzehrt werden. Damit entspricht ihr Ernährungsratgeber weitestgehend den heutigen Ernährungsempfehlungen wissenschaftlicher Fachgesellschaften, wie z.B. der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Auch denjenigen, die an Hildegard von Bingens Empfehlungen zweifeln, sei es dennoch ans Herz gelegt, die ein oder andere Rezeptur oder ein Gewürz zu probieren: Es wird Sie ein Geschmackserlebnis belohnen.

Hier ein Übersicht der wichtigsten Hildegard-Gewürze:

Galgant

Der Echte Galgant (lat. Alpinia officinarum) gehört zur Familie der Ingwergewächse. Er wird in der Heilkunde und als Gewürz eingesetzt. Galgant ist neben Bertram und Quendel eines der drei wichtigsten Gewürze. Es wird aus der Wurzel der Galgantpflanze gewonnen. Galgant ist aromatisch scharf und bietet sich als Alternative zu Pfeffer und Paprika an. Das Gewürz ist ist sparsam zu verwenden. Nach Hildegard von Bingen soll Galgant hilfreich bei Magen-Darm-Beschwerden, zur Kräftigung des Herzens und jeder Art von Erschöpfung sein.

Bertram

Bertram (lat. Anacyclus pyrethrum) ist eine weitverbreitete Pflanze im Mittelmeerraum, die im Aussehen der Kamille ähnelt. Sie wird in der Heilkunde und als Gewürz eingesetzt. Für die Herstellung wird die Wurzel verarbeitet. Bertram hat zunächst einen neutralen Geschmack und entwickelt dann eine milde Schärfe. Nach Hildegard von Bingen soll Bertram reinigend und verdauungsfördernd, nervenstärkend, schleimlösend, adstringierend, antiseptisch, verdauungsfördernd und hautreizend sein. Betram kann entweder mitgekocht oder nachträglich auf Speisen aller Art gestreut werden.

Quendel

Der Quendel (auch Feldthymian) ist der wilde Verwandte des Echten Thymians. Es handelt sich dabei um zwei verschiedene Pflanzen, die vom Aroma her einige Unterschiede aufweisen. Quendel ist in Mitteleuropa heimisch und wächst bevorzugt an trockenen, steinigen und sonnigen Standorten. In der Pflanzenheilkunde kann man den Quendel sehr ähnlich einsetzen wie den Thymian. Der Quendel gilt bei Hildegard als Klassiker für eine schöne Haut. Bitte den Quendel gleich mitkochen, damit er seine volle Wirkung entfalten kann.

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