Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)

Glutenunverträglichkeit, Glutensensitivität, Weizensensitivität

Gluten wird auch Klebereiweiß, Weizenkleber oder Getreidekleber genannt. Die bekannteste Erkrankung bei einer Glutenunverträglichkeit ist die genetisch bedingte Zöliakie, bei der schon geringe Mengen an Gluten die Schleimhaut des Darmes dauerhaft verändern. Typische Anzeichen, gerade bei Kleinkindern sind Durchfälle oder Verstopfung, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen und oft ein aufgeblähter Bauch. Wird diese Unverträglichkeit nicht erkannt, leiden die Kinder unter Entwicklungsstörungen. Hier ist auf jeden Fall die Diagnose und Behandlung durch einen Arzt erforderlich!

Mit der Zölliakie verwandt ist die häufiger auftretende Weizensensitivität. Personen mit dieser Unverträglichkeit leiden nach dem Verzehr von glutenhaltigen Lebensmitteln unter ähnlichen Krankheitszeichen wie bei der Zölliakie, zusätzlich klagen Patienten gelegentlich unter Müdigkeit, Depressionen, Taubheitsgefühlen in Armen und Beinen, Schmerzen in Knochen und Gelenken.

Ob Sie eine Glutenunverträglichkeit haben, lässt sich durch einen Besuch beim Arzt oder einen Selbsttest klären. Falls sich Ihr Verdacht bestätigt, sollten Sie Ihre Ernährung auf glutenfreie Lebensmittel umstellen. Eine konsequente Diät führt bereits nach kurzer Zeit zu einer Erholung Ihrer geschädigten Darmschleimhaut.

Gluten ist vor allem in Weizen, Roggen, Dinkel, Gerste, Grünkern, Einkorn und Emmer enthalten. Bei einer Glutenunverträglichkeit sollten Sie auf diese Getreidesorten verzichten. Sie sind Bestandteile von vielen Lebensmitteln, wie z.B. Brot, Nudeln, Graupen, Kuchen, Müsli, Bier oder gefüllte Schokoladen. Leider können auch industriell hergestellte Wurstwaren oder Fertigprodukte Gluten enthalten, aber die Hersteller müssen dies auf der Packung angeben. Achten Sie beim Besuch in einem Restaurant darauf, ob Ihnen glutenfreies Essen angeboten werden kann. In fremden Ländern sind die Kenntnisse über Gluten in der Nahrung häufig nicht ausreichend.

Glutenfrei sind u.a. Mais, Reis und Hirse, Buchweizen, Sesam, Kartoffeln, Quinoa, Amarant, Obst und Gemüse, Butter und Nüsse. Hafer ist prinzipiell auch glutenfrei, aber oft mit Weizen oder Gerste verunreinigt. Achten Sie deshalb beim Kauf von Haferprodukten auf den Hinweis einer glutenfreien Verarbeitung!

Die Auswahl an glutenfreien Lebensmitteln ist groß und die Gefahr einer einseitigen Ernährung daher gering. Dennoch sollte überlegt werden, Nährstoffdefizite von Eisen, Kalzium, Magnesium und den Vitaminen B12 und D auszugleichen. Die Erholung Ihres strapazierten Darms können Sie mit den Mikronährstoffen Folsäure, Biotin, Zink und Vitamin B2 unterstützen.

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